12.10.2025
Das Wetter meint es gerade echt gut mit uns: goldener Herbst, angenehme Temperaturen, der Boden perfekt – weder matschig noch staubtrocken. Eigentlich die besten Bedingungen, um ein bisschen auf den Reitplatz zu gehen. Also hab ich mir gedacht: warum nicht mal einen kleinen Bodenparcours aufbauen? Mein Highlight: ein abgesägter Ast mit noch ein paar Blättern dran – ein richtig hübsches Naturhindernis!

Fand ich jedenfalls toll. Lukas… eher so mittelbegeistert. 😅
Er war nämlich hauptsächlich mit Grasen beschäftigt und weniger mit meinen kreativen Ideen. Zwischendurch hat er immer mal wieder mitgemacht – das Naturhindernis fand er sogar spannend. Keine Spur von Angst, eher so ein neugieriges „Oh cool, wie krieg ich meine Hufe hier am besten sortiert?“. Trotzdem: Die Energie war am Freitag eher so im Energiesparmodus – bei uns beiden. Vielleicht war er einfach mein Spiegel, denn ich war von der Woche auch ziemlich platt.
Am Sonntag ging’s dann mit frischer Motivation weiter. Diesmal stand ein etwa 30 Zentimeter hohes Hindernis auf dem Programm. Lukas tut sich mit solchen Höhen manchmal schwer, also dachte ich: Üben wir das doch mal entspannt.

Während ich aufbaute, durfte er gemütlich grasen. Und wie immer hab ich einfach gewartet, bis er von selbst zu mir kam. Früher hätte ich nie gedacht, dass das mal funktioniert – dass er einfach von sich aus beschließt, jetzt mitzumachen. Aber mittlerweile vertraue ich darauf, dass er sich seine Pausen nimmt und dann wieder bei mir ist. Und bisher hat er mich nie enttäuscht. Kein Locken, kein Drängen. Er kommt, wenn er soweit ist.
Heute also das Hindernis. Erst wollte ich automatisch zum Führstrick greifen – alter Reflex –, hab’s dann aber gelassen. Sollte ja freiwillig sein. Und tatsächlich: Lukas lief brav neben mir her, ganz ohne Strick, und stapfte über das Hindernis. Naja, meistens. 😄
Oft hat er’s mit dem ersten oder zweiten Huf eingerissen, manchmal sogar erst mit dem vierten – aber ab und zu hat er’s geschafft, komplett drüberzukommen, ohne dass die Stange fiel. Da hab ich mich dann richtig gefreut, und er offenbar auch. Wir hatten beide unseren Spaß.
Danach ging’s noch auf einen kleinen Spaziergang Richtung Bach. Ich liebe diese Mini-Ausflüge. Lukas übrigens auch, vor allem wegen der vielen Gelegenheiten zum Grasen. Win-win, würde ich sagen. 🌿
Zurück am Stall war’s dann schon Mittag. Lukas weiß natürlich längst, dass der Rückweg das Ende der Einheit bedeutet – und bleibt entsprechend oft stehen, so nach dem Motto: „Müssen wir wirklich schon aufhören?“ Seit ich mit positiver Verstärkung arbeite, scheint er gar nicht genug kriegen zu können. Ich bin mir sicher, er würde locker stundenlang mitmachen – schließlich bekommt er Futter, Gras und lauter Dinge, die ihm Spaß machen.
Und zum Schluss noch ein kleines Update aus dem Medical Training: Wir üben gerade, dass Lukas am Anbinder ruhig stehenbleibt, auch wenn ich auf ihn zugehe. Er schafft es schon richtig gut. Noch nicht ganz sicher, aber wir machen in Ruhe weiter. Hier zählt schließlich eine stabile Basis mehr als Tempo.
