Ab welcher Dauer ist es eine gute Trainingseinheit?

17.01.2025 – vor dem Training

Heute würde ich gern mit Lukas das Longieren am Halsring weiter üben. Verschiedene Hindernisse, z.B. Stangen, Gassen, Pylonen, in den Weg legen und versuchen, ihm über Körpersprache und die Verbindung am Halsring klarzumachen, was ich eigentlich möchte. Ohne Gerte, ohne sonstige Hilfsmittel. Und ansonsten schauen, was er bereit ist zu tun.

Einfach mal zuhören. Vielleicht möchte er mir ja auch etwas mitteilen? Ich möchte nicht mehr, dass unsere Kommunikation so einseitig ist. Ich verlange etwas und er hat das auszuführen. Wir sind ja nicht beim Militär. Klar, es heißt, dass dies dem Pferd Sicherheit gibt. Die Sicherheit, dass ich weiß, was ich will und tue und er sich auf mich verlassen kann. Aber geht es nicht auch anders? Partnerschaftlich? Ich bin mir sicher, Lukas weiß, dass ich ein Mensch bin und kein Pferd. Und im Laufe der Jahre hat er sicher auch gelernt, Menschenverhalten einzuschätzen und seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Aber wenn ich glaube, dass ein Miteinander zwischen Mensch und Pferd möglich ist, kann er es vielleicht auch glauben? Ein Miteinander, das auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen basiert.

Ich habe diese Woche etwas gelesen, was mir sehr zu denken gegeben hat. Da hat jemand geschrieben: Ich will aufhören, das Pferd so zu formen, wie ich es gern hätte und lernen, es so anzunehmen, wie es ist.

18.01.2025 – Wenn das Abendessen das Training beendet

Gestern war es schon verhältnismäßig spät, bis ich dann endlich am Stall war. Der Stalldienst war schon da. Ich habe mich beim Putzen beeilt und wir sind dann gleich auf den Roundpen gegangen. Ich hatte zwar das Gefühl, dass Lukas sich bewegen möchte, aber diesmal ist er trotz Aufforderung und Möglichkeiten nicht so abgegangen wie letzte Woche. Nach ein paar Runden Schritt habe ich wie geplant Stangen, Pylonen und Gassen aufgebaut und ihn darüber am Halsring longiert. Er hat recht gut mitgearbeitet, jedenfalls so lange, bis es für die anderen Pferde Abendessen gab. Ab da war es mit der Konzentration vorbei. Irgendwann habe ich dann aufgehört. Hat ja auch keinen Sinn, das Pferd zu etwas zu zwingen, wenn es sich nicht mehr konzentrieren kann.

Ich habe dann ihm die Entscheidung überlassen, ob wir noch eine Runde spazieren gehen oder gleich zurück. Ein wenig Grasen fand er gut, es war auch recht schwer, ihn zu überzeugen, dass es irgendwann genug ist.

Insgesamt war ich mit mir sehr unzufrieden. Wir waren gerade mal 30 Minuten im Roundpen, definitiv zu wenig. Ich habe versucht, darauf zu hören, was mein Pferd möchte, aber ich bin mir nicht sicher, ob er immer das will, was gut für ihn ist. Geht mir ja ähnlich. Wenn ich immer nur machen würde, was ich gerade möchte, würde ich vermutlich auf dem Sofa versauern und fett werden, weil ich so viel nasche.

Ich lese gerade ein Buch über die Einteilung der Pferdetypen nach den chinesischen Elementen. Lukas ist demnach klar dem Element Erde zuzuordnen. Vielleicht nicht in jeder Hinsicht, aber er tendiert klar in diese Richtung: gemütlich, verlässlich, Fressen ist das wichtigste. Für diese Pferde ist – laut Buch – ein ausdauerndes, nicht zu schnelles Training das Beste. Also lange Schrittrunden, lange Aufwärmphasen, schnellere Gangarten eher gegen Ende. Wenn ich das auf mein Training umlege, bedeutet das, dass ich viel längere Trainingseinheiten planen sollte, davon etwa 80% Schritt und die schnelleren Gangarten eher gegen Ende.

Möchte ich also mit ihm nach Equikinetic mit Trabeinheiten arbeiten, wobei die Trainingssession bei etwa 15 Minuten liegt, würde dies bedeuten, dass ich insgesamt eine Trainingseinheit von 1,5h einplanen muss. Für so eine lange Zeit muss ich mir etwas einfallen lassen. Zum Glück bekomme ich morgen zwei Bücher und Trainingskarten über Bodenarbeit. Da finde ich bestimmt Anregungen für neue Übungen, mit denen wir die Zeit füllen können.

Für morgen plane ich auf jeden Fall mal eine längere Trainingseinheit ein.

19.01.2025 – Fokus auf Schrittarbeit

Eine Stunde, zwanzig Minuten. So viel haben wir heute geschafft. Die meiste Zeit davon haben wir nur im Schritt gearbeitet, nur die letzten zehn Minuten habe ich Lukas ein paar Mal zum Trab überreden können. Heute war er, glaube ich, ganz froh, dass er im Schritt bleiben konnte. Er wirkte, als täte ihm etwas weh. Ich habe nichts Genaues ausmachen können, aber seinem Gesichtsausdruck nach hatte er Schmerzen oder hat sich zumindest nicht wohl gefühlt.

Am Anfang war es eher zäh mit häufigem Stehenbleiben, aber es wurde besser, harmonischer. Ob ich wirklich zufrieden bin, weiß ich nicht. Ich bilde mir ein, dass sein Rücken im Laufe des Trainings hochgekommen ist. Derzeit hängt dieser nämlich ganz schön durch.

Ich habe das Gefühl, ich brauche mehr Plan in meinem Training. Zeitlich und was die Übungen angeht. Dafür habe ich mir ja jetzt zwei Bücher und Trainingskarten schenken lassen. Es wird nur etwas dauern, bis ich alles durchgearbeitet habe.

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